Das magische Bild!

Wie hatte ich mich darauf gefreut im Urlaub endlich einmal wieder meinem Hobby dem Malen nachgehen zu können und nun klappte es nicht, irgendwie bekam ich die Skizzen nicht so hin, wie ich sie in meinem Kopf vor mir sah. Ernüchtert legte ich die Sachen zur Seite und widmete mich erst einmal meinen anderen Hobbys, Schreiben, lesen und Bilder basteln, aber dann gegen Ende des Urlaubs hatte ich alles andere erledigt und startete noch einen Versuch. 

Wieder Erwarten klappte es auf einmal wie geschmiert, ich zauberte eine herrliche Herbstlandschaft auf die Leinwand. Da ich meinem neu erwachten Talent noch nicht traute, wartete ich bis zur Fertigstellung, bis ich es meinem Mann zeigte. Er war ebenfalls beeindruckt, denn die Farben strahlten lebendig, das Bild wirkte deshalb sehr lebensecht.

 

 

 

Am nächsten Morgen hatten wir uns vorgenommen nach Bergfreiheit zu fahren und uns für zu Hause einen wunderschönen Edelsteinbrunnen zu kaufen, der sollte unser Weihnachtsgeschenk werden. Als ich aufstand, regnete es in Strömen. Na das würde mir die Laune nicht verderben, ich schminkte mich und bereitete danach wie an jedem Morgen das Frühstück, dabei fiel mein Blick auf das Bild und wieder freute ich mich, dass es mir so gut gelungen war. Ein wenig sah die Strecke wie die Strasse nach Bergfreiheit aus, ich stutzte und sah noch einmal genauer hin, das konnte doch nicht sein, denn ich hatte ein Motiv dieser Gegend genommen. Da war sogar ein Auto auf der Strasse. Halt! Da WAR kein Auto auf der Strasse, da FUHR ein Auto auf der Strasse und es war auch nicht EIN Auto, es war UNSER Auto, ganz genau erkannte ich den grünen Fort. Mein Herz begann zu rasen, ich glaubte zwei Personen darin zu erkennen und hinten drin ein Hund, wie war das Möglich? Voller Angst, aber auch irgendwie gebannt, fasziniert beobachtete ich die Fahrt durch die Serpentinen. Da……..unten tauchte noch ein Auto auf, das ziemlich schnell dem anderen Fahrzeug entgegen kam. Passt auf, um Himmels Willen. Ausgerechnet in einer Kurve begegnen sie sich. Der Fahrer des grünen Ford wollte ausweichen und kam dabei von der Strasse ab. Der Wagen raste über den Abhang hinaus, ich glaubte die Entsetzensschreie zu hören, aber natürlich war es totenstill. In meiner Panik hatte ich die Augen fest geschlossen und als ich sie nun öffnete sah ich das Bild in seinem normalen Zustand. Die Strasse war eine gemächlich ansteigende und die Autos verschwunden. Oh Gott, wie sollte ich das jemandem erklären, ohne das man glaubte, ich habe den Verstand verloren? Als dann mein Mann aufgestanden war, betrachtete er mich und fragte sogleich: „Was ist denn mit dir los? Du bist total bleich.“ „Mir geht es wirklich nicht gut, ich glaube ich habe eine Magenverstimmung“, log ich. Das erschien mir die beste Lösung, die Wahrheit hätte er sicher nicht fassen können, denn ich weiß auch nicht, ob ich sie geglaubt hätte. Wir verbrachten einen ruhigen Tag mit Spazieren gehen und verschoben unseren Ausflug auf den nächsten Tag. Am Abend schlug ich entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten vor, die Nachrichten anzusehen. Man berichtete von einem schrecklichen Unfall kurz vor dem kleinen Dorf Bergfreiheit. Der Fahrer eines grünen Fords war von einem Raser von der Strasse gedrängt worden, die Insassen, eine Familie mit ihrem Hund starben noch am Unfallort. Nachdenklich und erschrocken sah mein Mann mich an, wie gut, dass du diese Magenverstimmung hattest. Seither beobachte ich  das Bild jeden Morgen, aber bisher zeigte es keine Außergewöhnlichkeiten mehr. Hoffentlich bleibt es so.

© By Gitte