Eine missglückte Entführung!
Meine Freundin, Susanne, hatte mich eingeladen und endlich war es soweit. Da wir beide Puppen sammeln und auch ein Sammlerforum betreuen, durfte mein Reborn Baby Luna diesmal mitfahren. Pünktlich morgens um 7.00 Uhr ging es los. Hätte ich nur im geringsten geahnt, was mir an diesem Tag passieren würde - ich hätte die Wohnung nicht verlassen.
Isabelle hielt sich für eine glückliche Frau. Sie hatte eine hübsche Wohnung, einen aufmerksamen Freund und sie sammelte ebenfalls Puppen. Mit ihren Freundinnen in Gittes Puppenforum tauschte sie sich täglich aus. Reiner, ihr Freund, erfuhr so ganz nebenbei einiges über Isabelles Kontaktpersonen. Sie freute sich sehr, dass er so regen Anteil an ihrem Leben nahm und hatte keine Ahnung, was wirklich in ihm vorging.
Sein gesteigertes Interesse begann an dem Tage, als Isabelle ihm berichtete, dass Gittes Vater einmal einen Sechser im Lotto gehabt hatte.
„Dann ist sie wohl eine reiche Erbin?“ hatte er nachgehakt.
„Ach wo, das Geld ist längst futsch“, meinte Isabelle bedauernd. „Die arme Gitte hatte gar nichts davon.“
Das glaubte Reiner nun ganz und gar nicht. „Das würde ich in diesem Falle auch behaupten!“ bestätigte er nur und dachte nach…..
Da ich im Forum von meiner Reiseabsicht gesprochen hatte, reifte in Reiner ein teuflischer Plan. Ganz genau recherchierte er, wo diese Gitte wohnte und welchen Weg sie nehmen würde
Ich selbst wunderte mich zwar über Isabelles Fragen nach der Zugverbindung, dachte mir aber weiter nichts dabei. Sicher wollte die Freundin nur wissen, ob ich auch den günstigsten Weg gewählt hatte.
Voller Freude zog ich also mit meiner Puppe in einer Tragetasche los. Erst ging es per Bus zum kleinen Vorstadtbahnhof mitten in der Wildnis. Allein saß ich dort eine halbe Stunde. Da ich das bin, was man in meiner Heimat eine „Bangbüx“ nennt, nehme ich immer vorsichtshalber ein Pfefferspray mit. Mit der Zeit trudelten einige Mitreisende ein. Dann fuhr der Zuge ein und die Fahrt konnte beginnen..
Reiner hatte diesen Tag sehnsüchtig erwartet und in der Nacht davor entsprechend viel zu erledigen. Wie günstig, dass er ein Angestellter der Bahn war. So konnte er die perfekte Entführung vorbereiten. Isabelle hatte er etwas von einem mehrtägigen Lehrgang erzählt, so dass diese keinen Verdacht schöpfen konnte.
Der Nahverkehr in den Vororten ruhte während der Nachtstunden zwischen zwei und drei Uhr. Reiner wartete zu diesem Zeitpunkt an der Ruhrbrücke hinter Essen-Steele. Hier würde der Zug Richtung Wuppertal fahren und in dem würde am Morgen Gitte sitzen. Auf der rechten Seite in der Mitte - gleich neben dem Geländer - trennte Reiner ein Stück Schiene heraus. Danach setzte er es provisorisch wieder ein. So vorbereitet konnte er das Schienenstück im Bedarfsfall blitzschnell entfernen und den Zug dadurch zum Entgleisen bringen.
Reiner wartete bis kurz nach 8.00 Uhr. Gleich musste der Zug kommen…. Er entfernte nun das zuvor ausgesägte Gleisstück und versteckte sich unter der Brücke am Flussufer. Dort legte er seine Bekleidung ab. Darunter trug er einen Taucheranzug. Endlich war der Tauchlehrgang im letzten Urlaub zu etwas nutze!
Er setzte sich ins Auto und wartete auf den Zug aus Gelsenkirchen. Die Gasflasche lag griffbereit neben ihm.
Die Zugfahrt war eintönig. Anfangs sah ich mir noch die Gegend an, döste aber bald nur noch vor mich hin. Der Essener Hauptbahnhof weckte meine Aufmerksamkeit ein wenig, denn Essen ist meine Geburtsstadt. Dann fuhr der Zug durch Essen-Steele und ich war schon eine Stunde unterwegs. Als es auf die Ruhrbrücke zuging, wurde die Geschwindigkeit ein wenig gedrosselt. Ich überlegte gerade, ob ich Fotos machen sollte, als es plötzlich etwa in der Mitte der Brücke stark rumpelte. Ein ohrenbetäubendes Quietschen ertönte: Der Zug sprang aus dem Fahrgleis und neigte sich bedrohlich nach rechts.
Mein Herz setzte aus. „Oh Gott, bitte nicht, ich kann doch nicht schwimmen!“
Immer, wenn ich mit dem Auto an einem Gewässer vorbeifuhr, hatte ich Beklemmungen und nun wurden alle meine Alpträume Wirklichkeit.
Der Schreck ließ mir das Blut in den Adern gefrieren und mich buchstäblich zur Salzsäule erstarren; ich war unfähig auch nur die geringste Bewegung zu machen.
Die anderen Mitreisenden reagierten unterschiedlich: Einige waren - wie ich – regelrecht paralysiert, andere schrieen. Panik brach aus. In meinem Kopf rasten die Gedanken durcheinander … was tun, wie lange würde es dauern, bis das Wasser die Waggons geflutet hatte … würden wir alle ertrinken oder …..würde dieser Tag unser – mein - letzter sein? Das alles spielte sich im Bruchteil von Sekunden ab, dann kippte der Zug über das Geländer.
Einige Sekunden, die mir wie in Zeitlupe erschienen, verbrachten wir im freien Fall, dann schlug der Waggon auf das Wasser auf und die Welt versank vor unseren Augen in ein schmutziges Grau. Langsam aber stetig sanken wir in die Tiefe. Wasser sickerte durch Ritzen der Fenster und Türen. Plötzlich war es totenstill. Dann fing eine Frau an, ein Vaterunser zu beten. Einige fielen mit ein, ein kleines Kind weinte.
Immer noch hielt mich die Panik wie eine eiserne Klammer umfangen.
Eine Mitreisende ließ sich weinend zu Boden gleiten und hielt ihre Augen mit beiden Händen bedeckt, als ob sie so der Wirklichkeit würde entfliehen können. Wie tief mochte der Fluss hier sein? Unendlich kam mir dieses Hinab gleiten vor…
Dann schlugen wir auf dem Grund auf. Das Wasser dämpfte den Aufprall, aber durch den Druck, der dabei entstand strömte noch mehr Wasser ins Innere. Ich war zu Tode erschrocken. Was würde geschehen? Würden wir alle jämmerlich ertrinken?
Ein Schatten glitt am Fenster vorbei. Was war das? Ein großer Fisch? Plötzlich erschien ein Gesicht am Fenster, das aufmerksam hereinschaute. Es blickte erst mich an und dann Luna, die ich immer noch umklammert hielt. Sollte die Polizei so schnell hier sein?
Reiner schwamm zwischen die beiden Wagen, dort befand sich eine Gummizone und in diese schnitt er einen langen Riss. Dadurch floss das Wasser schnell in den Innenraum. Es stieg immer schneller, entsetzt beobachtete ich das einströmende Wasser.
Ich hastete zur Türe, wie eine Besessene rappelte ich immer und immer wieder am Türgriff.. Als der Wagen zu ¾ voll gelaufen war, meinte ich schon, keine Luft mehr zu bekommen….. Doch da! Endlich! Die Türe ließ sich öffnen!
Als die Mitreisenden das merkten, strömten sie alle zum rettenden Ausgang und ich wurde durch das Gedränge nach außen gedrückt. Instinktiv hielt ich die Luft an. Ein Arm umschlang mich und zog mich mit. Während ich gegen die Panik ankämpfte, gelangte ich plötzlich an die Wasseroberfläche. Wir tauchten auf und als ich die Luft bemerkte, saugte ich erst einmal dankbar meine Lungen voll. Endlich an Land wollte ich mich niedersinken lassen, aber weit gefehlt. Mein Retter zog mich unerbittlich weiter
Reiner, denn der war es, der mich aus dem Zug und dann aus dem Wasser geholt hatte, wickelte mich in eine alte Decke. Er verfrachtete mich in seinen Wagen, schloss die Türe und stieg auf der Fahrerseite ein. Hinter uns hörte ich Sirenen, die Polizei war auf dem Wege, die verunglückten Passagiere zu retten.
…. Moment…, dachte ich da, ……hier stimmt doch etwas nicht, wer war denn der Mann da neben mir. Bisher hatte ich angenommen, dass er Polizist oder Sanitäter wäre….
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Er grinste mich an, als könne er meine Gedanken lesen. Dann startete er den Wagen, ich versuchte, die Hände frei zu bekommen, um auszusteigen, aber er hatte mich fest eingewickelt. „Sitz gefälligst still!“ fauchte er mich an. „Wenn Du lieb bist und Dein Alter für Dich blecht, geschieht Dir nichts.“
… Das durfte doch nicht wahr sein, was wollte der Mann denn von mir - – sicher hatte er mich verwechselt, wir hatten doch kein Geld.
„Was wollen Sie von mir?“ fragte ich ihn.
„Na was schon, ich weis, dass dein Alter einen Sechser im Lotto hatte.“
Ich war fassungslos. „Wissen Sie, wie lange das schon her ist“, entgegnete ich. „Das war 1963, fast ein halbes Jahrhundert ist seitdem vergangen!“
„Verarsch mich nicht, sicher hat er Häuser gekauft und du sackst jeden Monat eine Menge Knete an Miete ein“, vermutete er.
„Schön wäre es gewesen“, klärte ich ihn auf, die 500000DM wurden durch fünf Kollegen geteilt und die 1000000 waren durch Autos, Feiern, Aktien etc. 1973 futsch.“
Reiners Kopf ruckte herum. „Du erzählst das nur, ich glaube das nicht!“ sagte er.
„Das ist Ihr Problem!“ Nun wurde ich auch pampig.
Was für ein Tag!
„Wohin fahren wir eigentlich?“ wollte ich wissen.
„Das merkst du noch früh genug“, ranzte er mich an.
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Inzwischen waren wir auf ein altes Fabrikgelände gefahren.
„Was wollen wir hier? Mir ist kalt, ich möchte nach Hause“! beschwerte ich mich.
Reiner gab keine Antwort, er stieg aus, ging um den Wagen herum und zerrte mich aus dem Fahrzeug.
Er umwickelte mich einer zweiten muffigen Decke und fixierte alles mit breitem Klebeband.
„Na, warm genug?“ bemerkte er höhnisch.
Er warf mich wie ein Paket über die Schulter und trug mich hinein.
Dort ließ er mich auf einen Stuhl gleiten.
„Ist es bequem, gnädige Frau!“ fragte er hämisch.
Ich schaute demonstrativ in eine andere Richtung.
„Schmoll nur mein Herzchen!“ lachte er. „Etwas wirst Du Deinem Mann schon wert sein, dann war wenigstens nicht alles umsonst.“
Er wandte sich zum Gehen.
„Halt“, schrie ich. „Wo gehen Sie denn jetzt hin?“
„Na, telefonieren! Wie soll dein Mann sonst wissen wo er die Kohle hinbringen soll!“ antwortete er.
„Bleiben Sie hier!“ forderte ich. „Sie können mich nicht allein lassen, ich habe Asthma und brauche mein Spray. Und für eine Leiche gibt es überhaupt kein Geld!“
Mir war längst nicht so abgebrüht zu Mute, wie ich vorgab, ich hatte höllische Angst.
Zögernd kam er zurück.
„Du verarschst mich doch nicht gerade, oder“ wollte er wissen.
„Das Spray ist“…… rechtzeitig fiel mir ein, dass wenn ich sagen würde es wäre in meiner Hosentasche, er auch mein Handy bemerken würde, dass daneben unter meiner Jacke steckte…
„Das Spray ist. …..in meinem Rucksack, in der kleinen Außentasche.“
Puh. Das war knapp. Ich hatte gerade noch mal die Kurve bekommen.
Vielleicht konnte ich ja mit dem Handy Hilfe holen, wenn er fort wäre.
Er sah nach: „Tatsächlich, alles hat diese blöde Kuh mir erzählt, nur das nicht.“
„Wer hat dir was erzählt“ horche ich auf.
Er reagierte nicht.
„Du musst mir eine Hand los binden, sonst nützt mir das Spray nichts“, forderte ich.
„Müssen muss ich gar nichts“, knurrte er. „Glaub bloß nicht, dass ich Dich entwischen lasse!!
Er entfernte einen Teil des Klebebandes.
Ich überlegte …. wenn ich frei käme, könnte ich vielleicht einen meiner Judogriffe anwenden und ihn außer Gefecht setzen…
Doch als ich einen Arm herausgewunden hatte, zog er die Decke sofort wieder zusammen, trug mich zu einer Säule, die in der Mitte der Halle aufragte und schnürte mich mit der ganzen Rolle Klebeband daran fest.
„So, sei schön brav, ich gehe nun telefonieren. Du kannst ruhig schreien, hier hört dich keiner, sonst fährt jede Stunde der Zug hier vorbei, aber der kommt erst einmal nicht.“
Er drückte mir mein Spray in die freie Hand und pfeifend entfernte er sich.
Nach einer Weile hörte ich einen Schrei, begleitet von einem Fluch. „Verdammt“, tönte es von draußen, ein Poltern und dann war Ruhe. Unheimliche Stille breitete sich aus. … Na klasse dachte ich, wenn der Typ nun verunglückt ist komme ich hier bestimmt nie mehr weg.
Verzweifelt versuchte ich, mit der einen freien Hand die Klebestreifen zu lösen – vergebens. Wie spät es wohl sein mochte….
Das Unglück hatte sich gegen 8.00 Uhr ereignet, gefahren waren wir schätzungsweise 45 Minuten.
Susanne erwartete mich um 9.30 Uhr, dann würde sie sicher wissen, dass etwas nicht stimmt.
Oder sie würde meinen, ich hätte den Anschluss verpasst und käme eine Stunde später…
In der Halle war es dämmerig und staubig, durch die zerbrochenen Fensterscheiben konnte ich erkennen, dass draußen die Sonne schien. Irgendetwas raschelte.
Oh je, Ratten! Dass sie beißen, wusste ich, ob sie aber Menschen auch fressen würden?
Es lief mir kalt den Rücken hinunter.
Mir war, als würde mich jemand beobachten. Als ich nach unten blickte, saß eine der Ratten cirka zwei Meter von mir entfernt und betrachtete mich mit ihren kleinen glitzernden schwarzen Knopfaugen. „Kuschschschsch“ machte ich, aber das Tier war intelligent genug um zu merken, dass von mir keine Gefahr drohte.
…..Nicht beachten… befahl ich mir selbst. In diesem Moment klingelte mein Handy, ich höre es nur gedämpft, aber alleine der leise Ton war tröstlich, zeigte er mir doch, dass man mich vermisste.
Susanne wartete auf dem Bahnsteig, der Zug aus Wuppertal fuhr ein und sie hielt nach Gitte Ausschau. Ein Reisender nach dem anderen verließ Zug; Gitte aber war nirgends zu sehen.
Sofort wählte Susannes Mobiltelefon Gittes Nummer; der Ruf geht zwar raus, aber Gitte meldete sich nicht.
Ein Funkloch? Was sollte sie jetzt machen. Der nächste Zug kam erst in einer Stunde an – nach Hause fahren lohnte nicht – also beschloss Susanne, im Auto zu warten. Ganz in Gedanken schaltete sie das Radio ein.
Was war das?
Die Nachrichten! Die S-Bahn Nr. 9 von Haltern Richtung Wuppertal war von der Ruhrbrücke in den Fluss gestürzt! Ein Attentat!! Alle Fahrgäste konnten gerettet werden, hörte sie. Na Gott sei Dank. Susanne rief sofort Jürgen, Gittes Mann, an.
„Du, es kam gerade in den Nachrichten, die Bahn ist verunglückt, Du musst nach Essen-Steele!“ informierte sie ihn.
Jürgen schnappte sich Wolf, seinen Schäferhund, und raste mit dem Auto aufgeregt nach Essen-Steele. Im dortigen Polizeirevier erfuhr er, dass alle Fahrgäste zur Untersuchung in das Städtische Krankenhaus eingeliefert worden waren.
Dort angekommen, fand er die Fahrgäste in einem Warteraum vor. Alle redeten über das Unglück.
Gitte fehlte.
„Hat jemand von Ihnen meine Frau gesehen? Sie hatte eine Puppe dabei“, wandte sich Jürgen an die Wartenden.
„Aber klar, wo ist denn die Frau geblieben?“. Ein Fahrgast erinnerte sich.
„Sie hat noch die Türe geöffnet, danach habe ich sie nicht mehr gesehen.“
Jürgen wurde weiß im Gesicht. „Oh Gott, sie ist ertrunken. Sie kann doch nicht schwimmen“, flüsterte er fassungslos.
Betroffen schauten sich alle an. Der Polizist, der Jürgen begleitet hatte, fragte: „Hatte Ihre Frau ein Handy dabei?“ Eigentlich hatte er das nur gesagt, um abzulenken, aber Jürgen nickte aufgeregt und wählte gleich Gittes Nummer.
„Der Ruf geht raus, aber sie meldet sich nicht“, gab er Bescheid.
Nun horchte der Beamte auf.
„Wenn das Handy auf dem Grund des Flusses läge, ginge kein Ruf hinaus. Das bedeutet, im Wasser kann ihre Frau nicht sein. Rasch! Geben Sie mir die Nummer! Ich lasse das Handy von der Zentrale orten!“
Alle warteten nervös, doch eine Weile dauerte es, bis die Beamten sich meldeten.
„Das Handy ihrer Frau befindet sich in einem alten stillgelegten Walzwerk, in Langenberg, was will sie denn dort?“ fragte der Beamte.
Das konnte Jürgen sich auch nicht erklären, aber es interessiert ihn auch nicht weiter.
Er wollte sofort losfahren.
„Halt“, rief der Beamte. „Sie können mit mir fahren.“
„Das geht nicht, ich habe meinen Hund dabei“ entgegnete Jürgen.
„Okay, fahren Sie hinter mir her“, ordnete der Polizist an.
Sie fuhren hintereinander nach Langenberg. Kaum auf dem Gelände angekommen, ließ Jürgen Wölfchen aus dem Auto. Der wurde sofort nervös und zerrte an der Leine, er hatte sein Frauchen gewittert und dann gab es kein Halten mehr.
Ich wusste nicht, wie lange ich schon da an der Säule stand. Mein Körper war ist in der engen Verpackung völlig taub geworden und die staubige Luft hatte meinen Hals ausgedörrt, ich hatte wahnsinnigen Durst.
Lauschend hob ich den Kopf, war da nicht Motorengeräusch? Und ……….unverkennbar Hundegebell???
„Wölfchen!“ rief ich und Tränen der Erleichterung fließen über meine Wangen. Da hatte das riesige Tier mich auch schon erreicht, freudig sprang er an mir hoch und leckte meine Tränen fort. Dann kamen Jürgen und der Polizeibeamte, die mich endlich befreiten. Jürgen nahm mich auf den Arm und trug mich zum Auto.
„Wölfchen“, riefen sie, doch der Hund kam nicht.
Er stand an einem Krater und bellte.
Der Beamte sah nach und fand den bewusstlosen Reiner.
Die Decke des Kohlenkellers war an dieser Stelle eingestürzt, er war in dieses Loch gefallen und hatte einen offenen Beinbruch, der Schmerz hatte ihm das Bewusstsein genommen.
Ich brauchte einige Tage, um mich von diesem Schrecken zu erholen und das Forum hatte Gesprächsstoff satt in der nächsten Zeit.
Den Besuch bei Susanne hole ich aber nach; dazu bin ich fest entschlossen!
© By Gitte