Kleine Sünden straft der liebe Gott sofort!
Seltsames passierte in unserer Welt. Unerklärliche Unfälle, so als sei alles verhext und in dieser Nacht erhielt ich die Antwort darauf, warum das so war. Wie immer vor dem Einschlafen betete ich. Warum hört das nicht auf wollte ich wissen, steht das Ende der Welt bevor? Ist Armageddon nahe? Eigentlich hatte ich gehofft, dass nach Ablauf des bösen Jahres (6.6.2006-7.7.2007)die Katastrophen ein Ende fanden, leider war das nicht der Fall, im Gegenteil, Unglücksmeldungen überall. Als ich langsam in die Tiefen des Schlafes glitt, sah ich einen Engel, er nahm meine Hand und zog mich mit sich.
Wie durch Nebel ging es dahin, es war ein sanftes, angenehmes Gleiten, der Zustand der Schwerelosigkeit fühlte sich herrlich an. Endlich kamen wir ans Ziel. Über uns, auf einer riesigen goldenen Wolke thronte Gott, Kein anderer konnte es sein. Sein Gesicht drückte unendliche Weisheit aus, aber auch Milde und Verstehen, aber dennoch flößte er Respekt ein.
Der Engel gebot mir Platz zu nehmen und sagte: „Siehe und verstehe.“ Wie auf einer riesigen Leinwand konnte ich nun beobachten, wie die Szenerie sich veränderte. Gott schaute auf die Erde und sein Gesicht veränderte sich, es wurde erst traurig, dann zornig. Die Wolke war plötzlich nicht mehr golden, sondern färbte sich schwefelgelb, es grollte darin und kleine Blitze glühten ab und zu auf. „Michael“, donnerte die Stimme des Herrn und ließ mich zusammen schrumpfen. Der Erzengel erschien aus dem Nichts. „Mein Herr und Gebieter verlangte nach mir“, sagte er und verbeugte sich. „Sie dir das an. Die Menschen werden immer boshafter, so kann es nicht weitergehen. Sie sündigen in einem fort, ich habe versprochen die Welt nicht mehr zu vernichten nach der Sintflut, aber so geht es auch nicht weiter“, antwortete der Herr. Michael und er betrachteten eine Szene in einem Kinderzimmer. Der große Bruder nahm dem Kleinen ein Spielzeug fort und schubste ihn, dass er hinschlug. Dabei stolperte er und fiel ebenfalls. Der Kleine begann unter Tränen zu lachen und meinte: „Kleine Sünden straft der liebe Gotte sofort.“ Der Herr und Michael sahen sich an. „Das ist es“, meinte der Herr. „Wenn du jede Sünde sofort strafst, ist die Menschheit in spätestens drei Tagen ausgerottet“, gab Michael zu bedenken. „Was schlägst du vor“, wollte der Herr wissen? Wie wäre es, wenn jeder drei Chancen erhielte, seine Sünde zu bereuen und sie nicht mehr zu wiederholen“, schlug Michael vor? Der Herr überlegte und meine dann: „So sei es.“
Ede war bei der Arbeit. Ede war ein Dieb, ein Taschendieb um genau zu sein. Heute fuhr er in die Stadt und auf dem Sitz vor ihm saß eine Frau mittleren Alters. Ede beugte sich vor und schwups fuhr seine Hand in ihre Manteltasche. Ein Grinsen überzog sein Gesicht, ein Portemanai, er hatte es doch gewusst. Er umfasste die Börse und zog sie langsam heraus, wollte er zumindest. Sein Arm glitt in Richtung seiner Manteltasche………..aber Moment mal, sein Arm? Ede betrachtete ihn, wo war seine Hand? Sein Blick glitt zu der Manteltasche vor ihm. Erschrocken riss er die Augen auf um gleich darauf zu blinzeln. „Das konnte doch nicht sein, oder? Seine Hand ragte aus der Tasche. Mit der linken Hand fasste Ede danach und konnte sie heraus ziehen, er hielt sie an das rechte Handgelenk und alles war beim Alten. Ede verstand die Welt nicht mehr. Er schwitzte. Sicher hatte er sich das alles nur eingebildet, warm war ihm auch, vielleicht hatte er Fieber. Besser er ging heim und legte sich ins Bett. „Siehst du, er hat keinen Versuch mehr gemacht“, frohlockte Michael. „Abwarten“, meinte der Herr skeptisch. Am nächsten Tag war Ede wieder auf Tour und die Geschichte wiederholte sich. Nun kamen ihm aber doch Zweifel, Temperatur hatte er keine gehabt und zweimal den gleichen Alptraum, das war unwahrscheinlich, oder? Voller Angst setzte Ede einige Tage aus, aber schließlich musste er ja Leben und harte Arbeit schadete ihm nur, davon war Ede überzeugt. Im Gewühl des Großstadt Bahnhofs konnte Ede nicht andres, zumal ihm ein fetter Fisch in die Arme lief. Geschäftsmann, schätzte Ede, er rempelte ihn an, entschuldigte sich und langte zu. Schnell ließ er seine Hand in seiner Tasche verschwinden, glaubte er. Als er auf der Toilette nachsehen wollte, kam der Schock. Weg. Diesmal war seine Hand wirklich und wahrhaftig weg. Ede rannte wie der Teufel persönlich in die Bahnhofshalle zurück, aber der Geschäftsmann war verschwunden. Ebenso, wie Gott der Her eine kurze Weile verschwunden war, dann tauchte er wieder auf, schälte sich aus einem eleganten Mantel und entnahm der Tasche eine Hand. Seufzend betrachtete er sie. „Ede, Ede, du hast aus den Warnungen nichts gelernt. Ein Pflaster mit dem Namen Ede kam um das Handgelenk und Gott legte sie in ein Regal.
Die nächste Szene erschien, ich sah den kleinen Jungen, dem sein Bruder das Spielzeug weggenommen hatte. Er lief zu seiner Mutter: „Mutti, Mutti, Gregor hat…………….“ „Jetzt nicht Micha, Mami muss das Abendessen bereiten, Papa ist gleich da. Das gab es doch nicht, ihr Sohn wollte Hilfe und sie hörte nicht einmal zu. Das Telefon klingelte, ihre Freundin war am anderen Ende der Leitung. Sie weinte. „Irmi ich brauch dich dringend.“ „Jetzt nicht Resi“, hörte ich sie sagen, „ich muss in die Küche, ich glaube da brennt was an, Tschüß.“ Zwar seufzte sie und Schuldbewusstsein stand in ihrem Gesicht, aber zur Hilfe war sie nicht bereit. Am anderen Tag ging Irmi zur Arbeit. Es war Herbst und am Morgen um 6.30Uhr war es noch stockfinster. Als sie am Friedhof vorüber kam hörte sie eine Frau um Hilfe schreien. Kurz stockte ihr Fuß, doch dann blickte sie auf ihre Uhr. Sie würde Ärger bekommen, wenn sie versuchte zu helfen und wer weiß, vielleicht begab sie sich dann auch in Gefahr. Sie eilte weiter und erst als sie am Arbeitsplatz erschien, bemerkte sie wie still heute die Welt war. Ich hingegen sah Gott in einer Frauengestalt auftauchen, in der Hand hielt er etwas, das aussah wie ein Trommelfell. Irmi kam darauf und es wanderte ins Regal.
Dann war da Gerd, er hatte einen Freund, Dieter mit Namen. Wenn die beiden „einen drauf gemacht“ hatten, fühlte Dieter sich mächtig stark. Zumindest so stark, das er seine Frau verprügelte. Heute war es mal wieder soweit. Gerd hatte Dieter heimgebracht und sah entsetzt, wie der auf seine Frau einprügelte. Schnell schloss er die Türe von außen, nur nicht hineingezogen werden, in den Streit. Als er heimeilte begegnete er einer jaulenden Katze, einige Jugendliche hatten ihr eine Zeitung an den Schwanz gebunden und diese in Brand gesteckt. Schon wollte er dem Kätzchen helfen, als einer der Jugendlichen drohte: „Lass das Opa, sonst geht es dir auch so.“ Erschrocken eilte Gerd davon. Am nächsten Tage kam er am Weiher vorbei. Es hatte gefroren und eine dünne Eisschicht bedeckte das Wasser. „Hilfe“, vernahm er ein dünnes Stimmchen, als er sich über das Geländer beugte sah er einen Jungen mit den Armen rudern. Er hatte sich trotz des Verbotschildes auf das Eis begeben und war eingebrochen. Geschieht dir Recht, dachte Gerd. Am Ufer sind auch Leute, sollen die für den Bengel ins Wasser gehen und sich eine Lungenentzündung holen. Im gleichen Moment wurde es dunkel für ihn und Gott erschien in Gestalt eines kleinen nassen Jungen, der zwei Augen in den Händen hielt, die mit dem Namen Gerd versehen waren, er seufzte.
Mittlerweile hatte ich die Hände vor mein Gesicht geschlagen. Waren wir wirklich alle so? So unendlich grausam, immer bereit weg zu sehen, wenn jemand Hilfe brauchte? „Ja“, hörte ich, als ich aufblickte stand dort der Engel und wies auf die nächste Szene. Oh nein, die Personen kannte ich. Es war der Mann meiner Freundin. Bernd saß in einer Bar, auf seinem Schoß eine leicht bekleidete Frau. Daggi hatte er erzählt, er habe einen Kunden Termin, so sah der also aus. Als er dann auf dem Heimweg war klingelte sein Handy. Betroffen hörte ich, wie er sich mit einer anderen Frau verabredete. Als er schließlich nach Hause kam, ließ er sich bedauern, wie lange sein harter, arbeitsreicher Tag gedauert hatte. Am nächsten Tag traf er sich wieder mit einer anderen Frau und dann geschah es, als er heimkam und sich auszog, bemerkte er die ekeligen Geschwüre um seinen Genital Bereich. Tripper diagnostizierte der Arzt.
Ernst blickte der Engel mich an. Er brachte mich heim. Nun wusste ich was geschehen war, genauer als es mir lieb war, ich wusste was es damit auf sich hat, das viele Menschen plötzlich das Augenlicht verloren hatte, Gehörlos geworden waren, ohne erkennbare Ursache. Gliedmaße eingebüßt hatten, oder von schlimmen Geschlechtskrankheiten befallen wurden. Zuerst einmal habe ich diese Geschichte geschrieben, ich werde versuchen es den Menschen zu erklären, aber sie haben schon auf Jesus nicht gehört, eine Chance habe ich nicht? Oder was meint ihr?
©By Gitte