Die Roggenmuhme!

Tief unter des Ackerskrume

Da lebt sie, die Roggenmuhme.

Still sitzt sie da wartet und harrt

Ob sie nicht Kinder Fuß Getrappel gewahrt.

 

Bunte Blumen locken am Ackerrand

Wie schnell kommt da ein Kind gerannt.

Will rasch die schönen Blumen pflücken

Um seine Mutter zu beglücken.

 

Wenn es dabei aber Ähren zertritt

Kommt die Roggenmuhme und nimmt es mit.

Grauslich sieht die Muhme aus,

wenn du kannst, dann nimm Reißaus.

 

Schwarz der Mantel und zerrissen

Haar aus staubigen Ähren ganz verschlissen.

Rot schimmert ihr Augenpaar

Bös sieht sie aus und das ist wahr.

 

 

 

 

Dann oh Kind ist es geschehen

Wenn du die Roggenmuhme kannst sehen.

Keiner ist ihr je entkommen

Alle hat sie mitgenommen.

 

Unter die Erde, in ihr finsteres Reich

Zieht sie die Kinder dann sogleich.

Dort hält sie sie gefangen

Da hilft kein Zittern und kein Bangen.

 

Drum Kind besinn dich zeitlich

Zertritt die guten Ähren nicht.

Denn ohne sie litten wir Not

Es fehlte uns das täglich Brot.